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 Asiatische Kunstszene sorgt für Aufsehen

Singapur, 22.01.2012 -Die Verkäufe der 2. Art Stage Singapur liegen im vier- bis sechsstelligen Preisbereich. Der Fokus der jungen Kunstmesse ist deutlich: Weniger als ein Drittel der Aussteller waren westliche Galerien.

Die junge Kunstmesse „Art Stage Singapore“ legt ihren Schwerpunkt bewusst auf die asiatische Kunstszene. Nur 30 Prozent der 134 Aussteller der zweiten Messe, die am 15. Januar im Hotelkomplex Marina Bay Sands zu Ende ging, waren westliche Galerien. Marlborough, Victoria Miro, White Cube, Haunch of Venison (alle London) oder Lehmann Maupin aus New York brachten viele westliche und einige asiatische Künstler mit nach Singapur. Die restlichen 70 Prozent der Aussteller kamen aus Asien und präsentierten in erster Linie asiatische Kreative.

Mit der dezidierten Ausrichtung auf Asien unterscheidet sich die Messe von ihrer Konkurrentin der „Art HK“ in Hongkong, wo mehr als 250 Galerien mit ihren internationalen Künstlerstars auftreten.

Chinesische Künstler und Galerien dominieren den asiatischen Markt sowohl die Preise wie ihre Anzahl betreffend. Die Chinesen erzielten 2011 die höchsten Auktions- und Galerie-Preise in Hongkong und Peking. Auf der „Art Stage Singapore“ fand man sie oft im Preissegment über 250000 US-Dollar: etwa die Gemälde der Gao Brothers bei der Galerie Vue Privée (Singapur). Die indischen Stars, abgesehen von Bharti Kher bei Emmanuel Perrotin (Paris), fielen weniger ins Auge. Mit den Indern Ranbir Kaleka und Sheba Chhachhi war die Volte Gallery (Mumbai) erfolgreich.

Spannend ist, dass viele asiatische und europäische Galeristen auf junge Künstler aus Indonesien, Thailand, den Philippinen setzen. Die Preisspanne ist groß. Gemälde des 38-jährigen Indonesiers Nyoman Masriadi verkaufte die Gajah Gallery (Singapur) für 350000 US-Dollar. Der von der harten Comic-Welt und von ozeanischer Tribal Art beeinflusste Maler, der oft virile, gewalttätige Sujets auswählt, verfügt bereits über einen umfangreichen, international gut platzierten Werkkorpus. So besitzt das Frankfurter Museum für Weltkulturen eines seiner Werke. Auf einer Auktion von Sotheby’s in Hongkong kletterte der Preis für Masriadi auf eine Million Dollar.

Wesentlich erschwinglicher ist der Philippine Rodel Tapaya. Seine narrativen, naturverbundenen, von Mythen und Märchen geprägten Gemälde kosten zwischen 9500 und 29500 US-Dollar. Die deutsche Galeristin Caprice Horn, die mit der Japanerin Yumie Wada einen One-Man-Stand teilte, verkaufte großformatige Werke von Rodel Tapaya. Sammler und Kuratoren konnten dessen Gemälde auch im Art Museum Singapore begutachten. Nur bis 6000 Euro kosten die aus Abfall geformten Skulpturen des jungen Philippinen Poklong Anading am Stand der Galerie Zimmermann-Kratochwill (Graz-Manila).

Singapurs Milliardäre interessieren sich zunehmend für Kunst

Die von der Künstlerin Isa Lorenzo gegründete und geleitete Silverlens Gallery (Manila) fand für viele Werke (Skulptur, Malerei, Fotografie) ihres Galerieprogramms Käufer. Darunter befand sich eine rote Wandskulptur von Mariano Ching. Weniger glücklich war Michael Janssen aus Berlin mit seiner Soloschau der 25-jährigen Indonesierin Dita Gambiro.

Glenn Scott Wright, Direktor der Galerie Victoria Miro (London), beobachtete Interessenten aus Singapur, die weltberühmte Werke von Yayoi Kusama nur aus dem Internet kannten. Und sie nun erstmals im Original bestaunen konnten.

Die Museumslandschaft von Singapur wird derzeit vom Wirtschaftsministerium und Galeristen ausgebaut. Die beachtliche Anzahl an Milliardären, die in Singapur wohnen und sich zusehends für Kunst interessieren, bildet den Unterbau für die „Art Stage Singapore“.

Man erwartet, dass sie dem Beispiel der chinesischen Sammlerstars Budi Tek, Deddy Kusuma, Pearl Lam folgen, dem Koreaner Kim Chang II, dem Japaner Daisuke Miyatsu – die alle dem Singapore Collectors Club angehören und die Messe durch ihre Anwesenheit und Ankäufe unterstützten. Quelle: handelsblatt.de



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