Singapur/Stuttgart, 08.11.2011 - Die Region Stuttgart verzeichnet immer mehr Urlauber aus Asien. Besonders beliebt bei den Touristen sind die Autoattraktionen von Porsche und Daimler, aber auch Weihnachtsmärkte und Museen.
Schwaben in Singapur? Ja, die gibt es, neben einigen Einwohnern baden-württembergischer Herkunft auch Aussteller auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) Asia. Die Region Stuttgart tritt hier auf. "Wir möchten den asiatischen Markt ansprechen und Stuttgart für Reiseanbieter wie Miki-Reisen oder Al Rais interessant machen", sagt Nicole-Joy Henzler, Leiterin der Verkaufsförderung der Stuttgart-Marketing GmbH.
Die Region ist schon seit Beginn der Messe vor vier Jahren dabei, die wachsende Zahl asiatischer Touristen in und um Stuttgart belegen den Erfolg. "Inzwischen gibt es in Stuttgart mehr Reisende aus China und Indien als aus Spanien", sagt Henzel. Vor allem Sehenswürdigkeiten rund ums Auto kommen bei Asiaten gut an. Neben den Museen von Mercedes und Porsche erfreuten sich vor allem Reisende aus Japan auch an den Weihnachtsmärkten der Umgebung, während Gärten und Museen der Region besonders bei indischen Touristen sehr beliebt seien.
Auf der ITB Asia, der kleinen Schwester der ITB Berlin, haben sich in diesem Jahr 754 Aussteller aus über 70 Ländern der ganzen Welt eingefunden. Die Messe konzentriert sich auf den asiatischen Markt. Singapur hat sich aufgrund der optimalen Visabestimmungen als Austragungsort bewährt. Das Messegelände ist von den umliegenden Hotels über klimatisierte Einkaufszentren sehr schnell zu Fuß erreichbar, ein Umstand, den bisher keine andere Stadt bieten konnte.
Die Besucher der ITB sind neben Freizeitreisenden auch solche aus der Tagungswirtschaft oder dem Geschäftsreisenbereich. Die Messe hat dabei nicht die Aussteller, sondern die Einkäufer im Blick.
Dieses Konzept hat sich durchaus bewährt. Der Vertrag mit dem Messegelände Suntec in Singapur wurde eben erst um drei Jahre verlängert. Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gestiegen und die Ausstellung war bereits vier Monate vorher ausgebucht. Seit vergangenem Jahr ist die Messe außerdem profitabel.
Auch in Zukunft soll sich die ITB Asia weiter entwickeln. Im kommenden Jahr wird die derzeitige Fläche von ungefähr 10 000 Quadratmeter um 15 Prozent erweitert. Statt bisher nur einem, werden 2012 zwei Stockwerke des Messegeländes angemietet. Diese Entwicklung steht im Einklang mit einer von der Welttourismusorganisation veröffentlichten Studie. Laut dieser wird es im Jahr 2030 rund 1,8 Mrd. Reisende geben (im vergangenen Jahr waren es 935 Mio.); der Großteil wird nach Asien reisen.
Dieser Trend ist bereits jetzt zu beobachten. "Weltweit zeigt der asiatische Reisemarkt die beste Entwicklung, während das Geschäft in Europa und den USA stagniert", sagt Martin Buck, Direktor der ITB Berlin. Dennoch sei das europäische Reisegeschäft insgesamt immer noch am größten. Das Wachstum des asiatischen Reisemarktes geht derzeit primär auf China und Chinesen zurück, die innerhalb ihres Heimatlandes reisen.
Trotz der positiven Entwicklung ist die Reiseindustrie wegen der Euro-Krise besorgt. "Die Aussteller sind skeptisch, wenn die Wirtschaft instabil ist", sagt Buck. In Singapur mache die Inflation große Sorgen.
Auf der Messe klagten bereits einige Aussteller über zu wenig Publikum. Rund 7500 Fachbesucher kamen dieses Mal auf die ITB Asia, erwartet worden waren 10 000. Insgesamt verzeichnete die Ausstellung aber einen Anstieg um immerhin 14 Prozent bei den Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: swp.de