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 ASEAN – Global Player am Horizont

Berlin/Jakarta, 10.08.2012 - Im Fahrwasser der Schwergewichte China, Indien und Japan bildet sich in Südostasien eine neue globale Wirtschaftsmacht. Der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) vereint zehn Schwellenländer der Region von Brunei bis Vietnam.

Die Staaten haben für die nächsten Jahre eine ambitionierte Wirtschaftsagenda – u. a. soll bis 2015 ein gemeinsamer Binnenmarkt geschaffen werden, die sogenannte ASEAN Economic Community (AEC). Bereits heute hat die deutsche Wirtschaft enge Verbindungen in die Region. Damit die hiesigen Unternehmen die Chancen des neuen Wirtschaftsraums nutzen können, müssen jedoch auch in Europa die Weichen richtig gestellt werden.

Die ASEAN-Staaten sind angetreten, um mit der AEC ein wirtschaftliches Schwergewicht in der Region und der Welt zu werden. Ziel ist die Schaffung eines Binnenmarktes mit gleichen Regulierungen und ohne Zollschranken. Neben dem Abbau von Zöllen stehen insbesondere Arbeitnehmerfreizügigkeit und freier Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten auf der Agenda. Damit sollen mehr Investitionen in die Region kommen und der grenzüberschreitende Handel deutlich gefördert werden. Der EU-Binnenmarkt dient hierbei als Inspiration. Im Gegensatz zur EU streben die ASEAN-Staaten in der AEC aber keine politische Union und keine gemeinsame Währung an.

Die Wirtschaftsleistung der ASEAN-Mitglieder ist bereits heute mehr als doppelt so hoch wie die von Südkorea. Insbesondere die wirtschaftlich starken Mitglieder Singapur, Malaysia, Indonesien und Thailand prägen das Bild – sie haben sich schnell von der Asienkrise von 1997 erholt und sind nun bedeutende Dienstleistungszentren.

Gleichzeitig vereint der Staatenbund Schwellenländer, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen und damit gerade für deutsche Unternehmen großes Potenzial bieten. Dazu gehören vor allem Kambodscha, Laos, die Philippinen und Myanmar. Durch die geplante Zollfreiheit im Handel zwischen den Staaten und durch gemeinsame Standards bieten sich in diesen Märkten neue Absatzchancen für deutsche Unternehmen.

Seit knapp zwei Jahren öffnet sich Myanmar, das 2014 den Vorsitz der ASEAN-Staaten übernehmen wird, wirtschaftlich und politisch. Daher haben die USA bereits Sanktionen gelockert, insbesondere im Finanzsektor. Die EU hat ihre Sanktionsmaßnahmen ebenfalls ausgesetzt.

Wenn Myanmar den Öffnungsprozess weiterführt, sollte die EU in einem nächsten Schritt und im Sinne der Planungssicherheit für die Unternehmen ihre Sanktionen komplett aufheben. Aber auch auf Bundesebene sollten Impulse gegeben werden. Z. B. könnten deutsche Unternehmen ihre Exporte in das Land durch Hermes-Deckungen absichern, wenn die zuvor nötige Klärung der Altschulden-Fälle zwischen beiden Staaten zeitnah erfolgt.

Der Versuch der EU-Kommission, ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen beiden Wirtschaftsblöcken zu schließen, musste aufgrund der unterschiedlichen Interessen innerhalb der ASEAN-Staaten früh begraben werden. Derzeit führt die Kommission daher Einzelverhandlungen mit einer Reihe von ASEAN-Staaten. Dadurch droht jedoch für die Unternehmen ein unüberschaubares Dickicht von unterschiedlichen Regelungen, das die Zollsenkungen gerade für mittelständische Unternehmen unattraktiv macht.

Die EU-Kommission sollte daher bei den weiteren Verhandlungen die ersten Abkommen mit Singapur und Malaysia als Blaupause nutzen. Sonst werden die Erleichterungen im Handel wegen der steigenden Bürokratielast teilweise verpuffen. Quelle: DIHK



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